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03 Januar 2018

Die Kraft der Vorstellung >>> Teil I

Auf meiner 33-tägigen Pilgerreise von Pamplona nach Santiago de Compostela habe ich eines gelernt: wenn ich mein Ziel sehe – die Spitze eines Kirchturmes zum Beispiel – dann komme ich auch an, egal, wie weit es bis dahin noch sein mag. Eine Erkenntnis, die durchaus alltagstauglich ist. 

Wenn ich also eine bildliche Vorstellung von dem habe, was ich erreichen möchte, dann besteht eine gute Chance, diese auch in die Tat umsetzen zu können. Je klarer die Vorstellung, desto besser. Vorstellung meint in diesem Fall, ein konkretes inneres Bild vor Augen zu haben und/oder eine erkennbare Vision auf dem Papier zu erstellen. Für mich ist es absolut verblüffend, wie sehr sich die ersten Ideen-Skizzen meiner Installationen in der tatsächlichen Umsetzung wiederfinden. Und wie im Laufe der letzten zehn Jahre diese Art von Visualisierung immer realistischere Formen angenommen hat.
 
 
2008
 
2010

2011

2011/2014

2016/17
 

Vorstellungskraft scheint wie ein Muskel zu sein, den ich trainieren kann.
Wie stelle ich mir also 2018 vor?
 
In diesem Sinne wünsche euch ich ein wunderschön-kreatives neues Jahr
mit vielen schönen, nachhaltigen und tiefgründigen Ideen!

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Meine blog-Einträge werden mit Zeichnungen von geflüchteten Menschen begleitet,
die in Hamburg angekommen sind. Sie sind auf
Kunstaktionen vor ihren Notunterkünften entstanden.
Es ist mir eine große Ehre, dass ich dabei fotografieren durfte. DANKE!
Kinder aus den Notunterkünften malen gemeinsam an ihren Wunsch nach einem eigenen, geschützten Zuhause.
 

09 März 2017

Sinfonie des Zufalls

Wenn etwas wissenschaftlich bewiesen ist, dann kann man sich darauf verlassen. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden experimentelle geprüft und bewiesen. Damit ein Experiment seine Aufgabe erfüllt, muss es messbare Ergebnisse liefern, nachvollziehbar, wiederholbar und objektiv sein. Es muss stets zum selben Ergebnis führen, unabhängig von Ort, Zeit und Personen. 
Wissenschaft bedient also unsere tief sitzende Sehnsucht, alles selbstbestimmt und jederzeit wiederholen zu können - und verdrängt gleichzeitig die ebenso tief sitzende Angst vor dem Unerklärlichen, dem Unfassbaren und vor der der Einmaligkeit der Dinge.
 
„Das, wobei unsere Berechnungen versagen, nennen wir Zufall“, sagt Albert Einstein. Demnach ist jeder Tag neben den ganzen (vermeintlich) berechenbaren Geschehnissen auch ein faszinierendes Spiel mit den Mächten des (unwiederbringlichen) Zufalls. Die Kunst besteht darin, den Wert dieser Einmaligkeiten auch zu erkennen.
  
Sinfonie des Zufalls >>> Zufallsprodukte


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Meine blog-Einträge werden mit Zeichnungen von geflüchteten Menschen begleitet,
die in Hamburg angekommen sind. Sie sind auf
Kunstaktionen vor ihren Notunterkünften entstanden.
Es ist mir eine große Ehre, dass ich dabei fotografieren durfte.
DANKE!
  
 
Ein Junge aus dem Kosovo malt eine zornige Sonne
mit schwarzen Strahlen, erdrückt von einem feuerspeienden Regenbogen.

23 November 2016

DIY & ZEN

Back to the roots – zurück zum Handwerk. Viele Menschen entdecken für sich gerade jetzt das Wunder des Handwerkens neu. Do-It-Yourself heißt das Zauberwort, und an vielen Orten wird zusammen gestrickt, genäht, gehäkelt und vieles mehr. Heraus kommen wunderschöne Unikate, die verschenkt, geliebt und bewundert werden können.
Beeindruckende Meister der Handwerkskunst kommen auch aus Japan. Sie beherrschen ihr Handwerk nahezu perfekt und üben es beharrlich und mit unendlicher Geduld aus. So entstehen fantastische Rauminstallationen mit gigantischen Ausmaßen. Vielleicht können solche Künstler nur deshalb aus Japan kommen, weil sie sich dort im ZEN geschult haben.
 
link >>> Chiharu Shiota
link >>> Motoi Yamamoto
 
ZEN in Japan ist weniger eine Glaubensrichtung, sondern vielmehr eine intuitive Lebenseinstellung, die schwer in Worte gefasst werden kann. Annähernd bedeutet ZEN: >>> in der Gegenwart zu leben und diese durch und durch zu erfahren >>> frei von den Ablenkungen und trügerischen Konflikten der materiellen Welt zu sein >>> und sich am grundlegenden Wunder des Lebens selbst zu erfreuen.
Um dieser Geisteshaltung nahezukommen, gibt es handwerkliche Rituale, die mit viel Beharrlichkeit und Hingabe zur Vollkommenheit reifen können: >>> die Kunst des Bogenschießens >>> die Schreibkunst >>> oder die Kunst der Gartengestaltung.
Vollkommenheit hört sich gut an, und so kam die Kunst des ZEN vor ca. 80 Jahren auch bei uns im Westen an. Nur genügten uns die herkömmlichen Ziele aus Japan nicht mehr, sondern wir reicherten sie mit gewinnträchtigeren und lukrativeren Elementen an. So entstanden zahlreiche ZEN-Variationen: von >>> Business-Zen über >>> Therapie-Zen bis zu >>> Wellness-Zen und >>> Street-Zen. Es gibt sogar ein >>> ZEN-DEPOT für ethisch-ökologische Geldanlagen und eine >>> ZEN-Akademie für Führungskräfte, die nachhaltige und kraftvolle Erfolge verspricht.
 
Alle diese ZEN-Angebote haben eines gemeinsam: sie sind unglaublich teuer.
+++
Seit einigen Monaten begleite ich eine junge Frau, die aus Afghanistan geflohen ist.
Sie ist knapp über 20 Jahre alt, hat vor wenigen Wochen eine Tochter bekommen und
bewohnt mit ihrem Mann einen knapp 12 m2 großen Container in einer Flüchtlingsunterkunft.
Sie hat in Kabul ihr Abitur gemacht und dort angefangen zu studieren.
Musste wegen einer Zwangsverheiratung aus dem Land fliehen und
wurde von Mitgliedern der Familie verfolgt, geschlagen und misshandelt. Sie konnte nur
mit Mühe einem Säureangriff entkommen. Trotz der permanenten Bedrohung
hat sie ihr Studium beendet, als Dolmetscherin gearbeitet und konnte schließlich
über viele Stationen hinweg bis nach Deutschland gelangen. Sie hat alle familiären,
kulturellen und persönlichen Wurzeln komplett verloren, hat einen
ungewissen Aufenthaltsstatus und steht vor dem Nichts. Sie ist zutiefst traumatisiert
und glaubt, dass ihr Leben jetzt zu Ende ist.
+++
Schade, dass diese hochdotierten westlichen Zen-Meister nicht einfach mal
komplett umsonst und entgegen jedem unternehmerischen Verstand in die Notunterkünfte
kommen können, um die inneren Wogen der dort wohnenden Menschen zu glätten.
 

Ein kleines Mädchen aus Afghanistan malt immer wieder
Schwärme von Menschen mit weit aufgerissenen Augen und Mündern.
 
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Meine blog-Einträge werden mit Zeichnungen von geflüchteten Menschen begleitet,
die in Hamburg angekommen sind. Sie sind auf
Kunstaktionen vor ihren Notunterkünften entstanden.
Es ist mir eine große Ehre, dass ich dabei fotografieren durfte.
DANKE!

16 November 2016

NÄHE & DISTANZ - Das Geheimnis der Vögel

Einen Schwarm von Vögeln oder von Fischen zu beobachten ist nicht nur schön, es birgt in sich auch etwas Beruhigendes, etwas Faszinierendes, etwas Unbegreifliches. Ein scheinbar perfektes Zusammenspiel lädt zum Staunen ein. Die ständig sich verändernden Formationen erscheinen wie ein unlösbares, unsichtbares Geheimnis.

 
Wie funktioniert so ein Schwarm? Die Vögel eines Vogelschwarmes – Stare beispielsweise – orientieren sich zunächst an sieben anderen Vögeln um sich herum. So bilden acht Vögel eine Gruppe, die wiederum mit anderen Gruppen des Schwarms vernetzt sind. Diese vielfältig vernetzten Vogel-Gruppen bewegen sich automatisch und instinktiv nach drei Gesetzmäßigkeiten: Zusammenhalt, Trennung und Ausrichtung.
Das Gesetz des Zusammenhaltens (Kohäsion) besagt: Bewege dich in die Richtung des Mittelpunkts derer, die du in deinem Umfeld siehst. Also, >>> hin zu deinen Nachbarn.
Das Gesetz der Trennung (Separation) meint: Halte einen Mindestabstand ein und bewege dich weg, sobald dir jemand zu nahe kommt. Also, >>> weg von deinem Nachbarn.
Das Gesetz der Ausrichtung heißt: Bewege dich in dieselbe Richtung und mit derselben Geschwindigkeit wie diejenigen in deiner Nähe. Also, >>> parallel zu deinen Nachbarn.
 
 
Ein Schwarm hält demnach ein nahezu perfektes Gleichgewicht zwischen Nähe und Distanz.
Das ist eine Eigenschaft, die uns Menschen leider selten gelingt.
 
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Meine blog-Einträge werden mit Zeichnungen von geflüchteten Menschen begleitet,
die in Hamburg angekommen sind. Sie sind auf
Kunstaktionen vor ihren Notunterkünften entstanden.
Es ist mir eine große Ehre, dass ich dabei fotografieren durfte.
DANKE!
Vogel- und Fischschwärme tauchen immer wieder in den
Zeichnungen von geflüchteten Kindern und Jugendlichen auf.
 

08 August 2016

UNPERFEKT II – Charme & Chance

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat zu einem Zukunftsforum II eingeladen, und zwar MICH! Was für ein Zufall – denn die TeilnehmerINNEN wurden tatsächlich per Telefon und über Zufallsgenerator ausgewählt. Ich hatte richtiges GLÜCK.
siehe link >>> zukunft-verstehen <<<

Fünfzig Menschen aus ganz Deutschland durften daran teilnehmen. Wir waren zum Diskutieren eingeladen, konnten Vortage hören, Arbeitsgruppen bilden und ausführlich miteinander reden. Vorweg gab es einen 13-seitigen Reader, für Hotelübernachtungen, Anfahrt und Catering wurde gesorgt. Also alles echt exklusiv, das Bundesministerium hat es sich etwas kosten lassen – kein Wunder, denn diese Bürgerdialogreihe gehören zu einer gut finanzierten Hightech-Strategie, die den gesamten Mittelstand ankurbeln soll, um die Position Deutschlands zu stärken und Innovationsführer zu werden. Da wird viel erwartet. Da geht es bestimmt  um Geld – und Macht. Und dazu wurde ausgerechnet ich eingeladen, eine Künstlerin.
siehe link >>> hightech-strategie <<<

Der Zukunftstag im Berliner betahaus war ein Tag voller Ideen, Visionen, spannender Vorträge und interessanten Menschen. Es ging ums Tauschen, Teilen, Selbermachen – und welche Strategien und Lebensmuster jenseits von Google, Amazon und Co immer präsenter werden. Es ging darum, dass sich etwas verändert, wenn allerorten gebastelt, genäht, gekocht wird und individuelle Produkte mit kleinen Auflagen vermarktet oder getauscht werden. Es ging auch darum, was passiert, wenn Menschen sich ausprobieren, wenn sie sich trauen, ungewöhnliche Geschäftsmodelle auf die Beine zu stellen und ihr neuerworbenes Wissen sofort mit anderen teilen und mitteilen. Natürlich ging es auch darum, wie dafür die digitalen Vernetzungsmöglichkeiten genutzt werden.
Tauschen, Teilen, Selbermachen - allen gemeinsam ist, das der landläufige Hang zum Perfektionismus nicht nur hinterfragt, sondern richtiggehend ausgehebelt wird. Da geht es nichtmehr um die allgegenwärtigen Lebensziele wie Karriere, Position und (die Anhäufung von) Eigentum, sondern vielmehr um Zufriedenheit mit der eigenen Arbeit, Achtsamkeit im Umgang mit Menschen, sinnvolle Beschäftigung und ungebremste Kreativität.
 
Das nehme ich mir gerne mit auf meinen zweiwöchigen Urlaub im Wohnmobil.
Hoffe, der wird richtig schön unperfekt.
 
 
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Meine blog-Einträge werden mit Zeichnungen von geflüchteten Menschen begleitet,
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DANKE!

--- ein Junge, ca. 10 Jahre alt, aus dem Irak, malt auf azurblauen Wasser eine schwarze " Barke" ---
 --- ganz kurz war unter der "Barke" die Umrisse einer Gestalt zu sehen ---
--- die ganz schnell wieder weggewischt worden ist ---
 

19 Juli 2016

UNPERFEKT I _ Wabi-Sabi

 
Eine gute Idee ist Gold wert – aber wann ist eine Idee gut? Und wer bestimmt das?
 
Ideen- und Inspirationsquellen scheinen von einem großen Geheimnis umgeben zu sein. Früher wurde man von der Muse geküsst, wenn etwas besonders gut gelang. Heute gibt es eine „Kreativitätsszene“, die händeringend nach guten Ideen sucht - um wettbewerbsfähig und konkurrenzlos zu bleiben. Mit teuren Seminaren und Trainingsprogrammen sollen Ideen auf Knopfdruck produziert werden, die noch besser, noch effektiver, noch wirtschaftlicher, noch erfolgreicher sind. Am besten viral. Trotzdem gibt es Schreibblockaden und leere Köpfe. Das macht auch vor der Kunst nicht Halt. Sind Wettbewerbsstrategien und der damit einhergehende Perfektionismus Kreativitätskiller?
Auf der anderen Seite wächst gerade jetzt im Moment eine Do-it-yourself-Bewegung aus dem Boden, die mit kreativen Ideen nur so um sich wirft. Eine schöner wie die andere. Auf DaWanda, Pinterest & Co zeigen viele tausend Menschen weltweit ihre selbst gestalteten Objekte. Die DIY-Portale wachsen stündlich an und gleichen einer kunterbunten Ideenlandschaft. Antriebsfeder ist eine neue Lust auf selbstgestaltete Unikate, mit viel Liebe zum Detail und ohne Perfektionismus und Zeitdruck im Nacken.
 
Warum besitzt das vermeintlich Unperfekte so einen unnachahmlichen Charme? In Japan gibt es ein Wort dafür: Wabi-Sabi – von der Schönheit des Unvollkommenen. Wabi-Sabi kennt den Ausdruck für „wertvoll“ nicht. Alles erhält erst dadurch seinen Wert, dass wir es lieben. Nicht etwas das Perfekte verdient unsere Liebe, sondern eben gerade das Unperfekte mit all seinen Makeln. Sie zeigen die Spuren der Zeit, geben Raum für Fantasie und erschaffen das wahrhaft Einzigartige.

 
Mein Trainingsprogramm für das kommende Jahr:
>>> Fräulein Unperfekt <<<
Herzlich willkommen und gute Reise.
 

 

Nichts in diesem Universum ist perfekt,
denn Perfektion bedeutet das Ende allen Wachstums.
Alan W. Watts, Philosoph
 
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Kreativitätstechniken zum Nachmachen:
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DANKE!
 
Mädchen, ca. 14 Jahre alt aus Serbien
 
 

18 Juni 2016

LÄCHELN SAMMELN - give it to someone special

Jeder Mensch denkt am Tag zwischen 70.000 und 80.000 Gedanken. Davon sind 90% genau die gleichen, wie am Tag zuvor.: Wie essen dasselbe zu Frühstück, gehen dieselben Wege entlang, liegen im selben Bett, sitzen auf dem selben Stuhl. Also: den größten Teil denken wir immer das Gleiche, treffen wir dieselben Entscheidungen die uns die gleichen Erfahrungen bescheren und die gleichen Gefühle erzeugen. Das nennt man wohl Gewohnheit. 
 
Um neue Gedanken und Ideen haben zu können, müssen die Gedanken also Wege gehen, die sie noch nicht kennen. NEULAND wagen und etwas Neues ausprobieren -  und das möglichst billig, spontan und unperfekt.
 
 
Ich fange mal an mit "Lächeln sammeln" und Abreißzetteln.
  
UNPERFEKT_TAG EINS: >>> Abreißzettel >>> „give it to someone special”              
 
Nachmachen erwünscht!
 
STEP by STEP: „give it to someone Special” 












ERGEBNIS: sieben x lächeln
 
 von Fräulein Unperfekt 
Man kann ein lächelndes Antlitz nicht schlagen.
Zitat aus Korea



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DANKE!
Junge aus Syrien, ca. 4 Jahre alt
3 Tage nach seiner Ankunft in Hamburg