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02 Dezember 2015

ZEITLÄUFE - Viele Füße in Paris

Vor zwei Wochen:
Nach den verstörenden Anschlägen in Paris – zeitgleich ist ein guter Freund von uns gestorben – herrscht dort immer noch Ausnahmezustand. Trotz Klimagipfel sind Versammlungen und Demonstrationen verboten. Anstatt des Protestmarsches für den weltweiten Klimaschutz standen symbolisch tausende von Schuhe auf dem Place de la République. Ein eindrucksvolles Bild:
 


Vor 5 Jahren:
Ähnlich beeindruckt hat mich vor 5 Jahren eine Installation auf der OSTRALE O10 in Dresden von Eimutis Markunas aus Litauen. Füße und Schuhe scheinen eine ganz besondere Symbolsprache und Anziehungskraft zu haben. Erinnerungen an eigene Spuren und Wege.
 
 
In 150 Tagen -Der Countdown läuft:
In 150 Tagen ist meine nächste Ausstellungseröffnung in einem ehemaligen Bunker, heute ein Museum. Sie wird von "Spuren der Begegnung" handeln, die nicht nur ich in den letzten Monaten durch die Ankunft der vielen geflüchteter Menschen erlebt haben - und von der Zeit.
Vor 25 Jahren:
Vor 25 Jahren habe ich an demselben Ort – damals noch eine unbewohnte Ruine – Rauminstallationen aufgebaut und fotografiert. Ich tat das, um (O-Ton) „direkte Bezüge zu diesem besonderen Raum, zu einer verloren geglaubten Zeit, zu meiner eigenen Geschichte und zu meinem kulturellen Wurzeln zu finden“. Kreise schließen sich.
 


Vor 100 Jahren:
Heute feiern Deutschland und Afghanistan ihre 100-jährige Freundschaft. Seit dem ersten Weltkrieg steht unser gemeinsames Verhältnis im Zeichen von gegenseitiger von gegenseitiger Achtung und gemeinsamer Verantwortung für Frieden, Demokratie und Menschenrechte. (sagt das Auswärtige Amt). Afghanen sind die zweigrößte Gruppe unter den Flüchtlingen, die über das Mittelmeer nach Europa fliehen. 
 
Junger Mann aus Afghanistan, ca.25 Jahre alt: Freundschaft, Vaterlandsliebe

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Meine blog-Einträge werden mit Zeichnungen von geflüchteten Menschen begleitet,
die gerade in Hamburg angekommen sind. Sie sind auf
Kunstaktionen vor ihren Notunterkünften entstanden.
Es ist mir eine große Ehre, dass ich dabei fotografieren durfte.
DANKE!

11 November 2015

SELBER GEHEN - die Macht der Füße

"Das Fußvolk entscheidet": wenn VIELE Menschen sich auf EINEN Weg machen, dann können sie in kürzester Zeit viel bewegen. Das haben wir 1989 zuletzt erlebt und merken es gerade heute wieder. Überall entsteht etwas Neues: neue Initiativen und Netzwerke, neue Gesetze, neue Containerstädte und neue Hilfsangebote.

Um eine Relation vom weltweiten GEHEN zu bekommen:
In Deutschland sollen in diesem Jahr 800.000 Menschen ankommen, viele zu Fuß.
Weltweit sind mehr als 14 Millionen Menschen auf der Flucht, auch zu Fuß.
Jährlich pilgern ca. 3 Millionen Menschen nach Mekka und
auf dem Jakobsweg in Spanien sind um die 250.000 Pilger unterwegs.
 
(Verkehrsforscher sprechen angesichts so hoher Zahlen von „gehenden Menschen“ auch vom „größten Fußgängerproblem der Welt“.)
Ich stell mir vor: überall in der Welt gehen Menschen. Gewohnte und ungewohnte Wege. Zuhause, im Alltag, im Urlaub, auf unbekannten Terrain. Viele von ihnen haben ein Handy dabei. Aus den unterschiedlichsten Orten auf der Welt nehmen sie für einige Sekunden ihren Weg auf – und schicken das Video mit einer Ortsangabe (und vielleicht einer kleinen Geschichte) hier her. Ich füge alles zu einem SELBER GEHEN-Film zusammen ...
 
Video.js | HTML5 Video Player

... und baue daraus eine SELBER GEHEN-Installation von gehenden Menschen
auf der ganzen Welt. Mit jps-Koordinaten, möglicherweise
mitgeschickten Geschichten, Geräuschen und Kartenmaterial ...

 
Ein Film für eine SELBER GEHEN-Installation sollte mindestens 2 Stunden lang sein, damit er wirkt.
Wenn jeder Beitrag/Aufnahme um die fünf Sekunden eingeblendet wird, dann bräuchte
ich mindesten 1440 Menschen, die mitmachen, weltweit.
 
Wie mache ich das? Wahrscheinlich erstmal auf facebook bekanntmachen, damit es viele Menschen lesen.
(Dazu müsste ich auf facebook sein...). Dann als Crowd-Funding-Projekt anmelden, damit es sich herumspricht und noch mehr Menschen Lust haben, dabei zu sein. Und einige nette
Geschenke fürs Mitmachen bräuchte ich natürlich auch.
 
Das ist doch ein Plan.

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eine schreiende Sonne mit weit aufgerissene Augen von einem Mädchen aus dem Irak 

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Meine blog-Einträge werden mit Zeichnungen von geflüchteten Menschen begleitet,
die gerade in Hamburg angekommen sind. Sie sind auf
Kunstaktionen vor ihren Notunterkünften entstanden.
Es ist mir eine große Ehre, dass ich dabei fotografieren durfte. DANKE!  

22 Oktober 2015

EIN WEG _ viele Füße

 
Was haben Pilgerwege und Fluchtwege gemeinsam?
Und wie stark ist ein gemeinsamer Weg?
 
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Meine blog-Einträge werden jetzt mit Zeichnungen von Menschen aus
Notunterkünften in Hamburg begleitet.

Sie entstehen vor Zelt- und Containerdörfern auf  "Tafeln der Begegnung". Während einer Kunst-Aktionen verwandeln sich vorbereitete Tafeln in eine lebendige, sich ständig verändernde Leinwand aus Geschichten, Wünschen und Hoffnungen. Sie vermitteln eine Ahnung davon, was die Menschen aus den Notunterkünften erlebt haben könnten, geben aber auch einen Eindruck
von den unterschiedlichen Bedingungen in den Unterkünften.


Es ist mir eine große Ehre, dass ich dabei fotografieren durfte.
DANKE!

Zwei Menschen, gesichtslos und ohne Arme, nur Beine und Füsse; ein Fuß „hängt fest“.
 
 
Zitat der Königin
Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.
 Ben Gurion, ehem. israelischer Ministerpräsident


02 April 2015

1. SAMMELSURIUM - Viel ist schön

Versammlungen bestehen aus mindestens drei Menschen - es können natürlich sehr viel mehr sein. Im letzten Jahr gab es zu diesem Thema einen ganzen Kongress auf der Hamburger KAMPNAGEL. Aktivisten, Künstler, Wissenschaftler und andere Teilnehmer aus der ganzen Welt erprobten eine Versammlung der Versammlungen.

Auch Künstler sammeln gerne und machen daraus Kunst. Für den deutschen Beitrag auf der Biennale in Venedig sammelte Ai Weiwei an die 1000 alte chinesische Hocker, für den Martin-Gropius-Bau waren es dann 6000. On Kawara aus Japan sammelte und archivierte für das Guggenheim Museum 1.000.000 Jahre in Zahlen und Christian Boltanski sammelte 200.000 Kleidungsstücke für den Pariser Grand Palais.

Ai Weiwei - On Kawara - Christian Boltanski


Ich sammle Füße.
 Und Ameisen.

 
Video.js | HTML5 Video Player  



Nur Facebook hält nicht viel von Versammlungen. Gemeinsam mit der NSA wurde angeblich
ein Verfahren entwickelt, mit dem Flashmobs und spontane Demonstrationen verhindert
werden sollen. Wohl aus der Angst heraus, dass durch das

Sammeln und Versammeln über Facebook

irgendwann einmal möglicherweise
 
viel zu viele werden könnten.
 
 
(siehe: http://www.heise.de/newsticker vom 1. April 2015)
 

27 März 2015

NETZWERKE - Ich und die Anderen


Was Schwärme alles können:

Füße hinterlassen Spuren. Schon vor über 15.000 Jahren in der Steinzeit wurden Fußabdrücke auf steinerne Höhlenwände gezeichnet. Vielleicht, um eine eigene individuelle Spur zu erkennen, festzuhalten und zu hinterlassen?
 

 


Feuerameisen können mit ihren Füssen über das Wasser laufen. Alleine würden sie untergehen, aber zusammen können sie dem Wasser trotzen.  Bei Überschwemmungen verkeilen sie sich ineinander und bilden in sekundenschnelle Körpernetzwerke. So schaffen sie das schier Unmögliche:  ein lebendiges Floss, mit dem sie tagelang über das Wasser reisen können. Wie sie das genau machen, gab der Wissenschaft lange Rätsel auf. 
 
 



 
Seit 2014 gibt es Kilobots. Kilobots sind Schwarmroboter, die an der Harvard-Universität entwickelt wurden. Die Entwickler haben einen Schwarm aus mehr als 1.000 dieser Miniroboter zusammengestellt und bringen diesen dazu, miteinander zu kommunizieren und sich zu organisieren.
 
Kilobots kann man kaufen. 10 Stück kosten 1.263.20€.  Kilobots kaufen
Die sind definitiv teurer als Feuerameisen.
 

 









Warum hat die Wissenschaft so ein ausgeprägtes Interesse daran, Schwärme nachzubauen?
Liegt dahinter die Sehnsucht, in großer Zahl das scheinbar Unmögliche erreichen zu können?


Was ist unmöglich und wohin wollen wir?
 

 

08 Dezember 2014

LICHTGESCHWINDIGKEITEN - Licht & Klang

Ameisen rennen mit Lichtgeschwindigkeit. Wenn sie richtig Gas geben, dann sieht es so aus, als ob sie über den Boden fliegen. Selbst die Augen haben es schwer, ihnen zu folgen. Wenn sie richtig Gas geben, dann sind sie fast so schnell wie die Lichtverhältnisse in der Hamburger S11 an einem sonnigen Tag.

S11 - Stroboskop

Video.js | HTML5 Video Player


Die Lichtgeschwindigkeiten in der Hamburger S11 haben eine gewisse Sogwirkung.
Mal schauen, ob sich daraus eine Licht- und Klanginstallation bauen lässt,
die auch diese Sogwirkung hat. Dann aber in groß.
Spannende Möglichkeit.
Ich werde dazu mal einige Skizzen anfertigen, um sie hier zu veröffentlichen.

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::: foot_shooting ::: fotografiere deine Füße ::: foot_shooting :::
 Die Aktion läuft. Ich freue mich, wenn Du dabei bist. Und auf alle anderen auch!

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07 November 2014

GROUNDED RUNNING - Marathonstrategien


Als Marathonläuferin ist das für mich natürlich spannend:
Ameisen bewegen sich schnell. SEHR SCHNELL. Sie schaffen 26 Körperlängen pro Sekunde – ein Mensch müsste dafür 140 Stundenkilometer schnell laufen. Eine Ameise könnte also (im übertragenem Sinne) 42,195 km in rund 22 Minuten bewältigen.

Wie macht sie das?

Schuld daran ist ihre besondere Gangart – GROUNDED RUNNING. 
 
Video.js | HTML5 Video Player

Das GROUNDED RUNNING der Ameise fasziniert nicht nur MarathonläuferInnen, sondern auch  Robotertechnologen. Sie möchten gerne diese effektive Fortbewegungsstrategie auf sechsbeinige Roboter übertragen – die könnten dann beispielsweise in Katastrophengebieten zum Einsatz kommen.
 
Fukushima? Afrika? Wo noch?
 
Technologen scheinen die Fähigkeiten von Ameisen zu mögen.

(GROUNDED RUNNING = geerdeter Lauf)