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13 April 2017

De ira >>> ZORNIGE ZEITEN

Die WUT ist überall. Sie ist greifbar und spürbar in der Politik, in den Religionen, unter Kollegen, unter Nachbarn, in der Familie, zwischen ehemals Liebende, zwischen Eltern und Geschwister, in Fußballteams, unter Chefs und Angestellten. 
Nachrichten ohne WUT und Aggressionen sind langweilig und erst Katastrophen sorgen für hohe Einschaltquoten. Unsere Fernsehlandschaft ist reinste WUT-Kultur. In zahllosen Krimis wird in einer Tour gemordet, getötet, gemetzelt und gestorben, was das Zeug hält. Allerorten liegen Leichen, fließt Blut. Gefolterte, geschändete Frauen, aufgehängte, durchbohrte Leiber, explodierende Autos, gezückte Pistolen, tropfendes, sickerndes, fließendes Blut. 
Hasskommentare und shitstorms in sozialen Netzwerken sind zum Alltag geworden. Mit Rufmord-Kampagnen, übler Nachrede und Mobbing-Attacken werden Männer, Frauen und Kinder an den Rand des Wahnsinns getrieben.
 
 
Man könnte meinen, zurzeit wird über alle verfügbaren Mittel WUT geschürt.
WUT auf das Andere, WUT auf das Fremde, WUT auf sich selbst.
Wozu brauchen wir diese allgegenwärtige WUT?
Ist es uns womöglich zu langweilig geworden, weil alles im Leben so geordnet, abgesichert und festgelegt ist?
Oder ist es die versteckte Sehnsucht nach großen Gefühlen? 
 
ROTSEHEN
Video.js | HTML5 Video Player VOM UMGANG MIT DER WUT
 
 
"De ira – Über die WUT"
ist eine schriftliche Abhandlung von L. Annaeus Seneca,
ein römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Politiker und
einer der meistgelesenen Schriftsteller seiner Zeit.
Er wurde ca. im Jahre 4 v.Chr. geboren und hatte augenscheinlich 
schon damals viel mit dem Phänomen der WUT zutun.

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Meine blog-Einträge werden mit Zeichnungen von geflüchteten Menschen begleitet,
die in Hamburg angekommen sind. Sie sind auf
Kunstaktionen vor ihren Notunterkünften entstanden.
Es ist mir eine große Ehre, dass ich dabei fotografieren durfte.
DANKE!
Kinder und Erwachsene aus Syrien, Afghanistan und dem Kosovo
malen gemeinsam von „stürmischen Zeiten“.

03 Januar 2017

ROTSEHEN - vom Umgang mit der Wut

Rot gilt als Farbe des Feuers oder des Blutes. Im Hebräischen haben die Worte Blut und Rot den gleichen Ursprung: Rot heißt "adom" und Blut heißt "dam". Mit Blut und Feuer verbinden wir positive und negative Eigenschaften. Dem Hass, dem Krieg, der Aggression und dem Blutvergießen stehen die Kraft, die Liebe, die Wärme und die Leidenschaft gegenüber. Rot ist ebenfalls die Farbe wilder Gefühlsausbrüche: Wenn man sich schämt oder wenn man wütend wird, errötet man. Wer die Kontrolle über sich selbst verliert, "sieht rot" und das, worauf wir gereizt oder aggressiv reagieren, wird zum „roten Tuch“. 
Die tief rot-orangenen Augen von dem Uhu Esmeralda haben mich zu der Installation ROTSEHEN inspiriert. Jetzt freue ich mich sehr darüber, dass diese Installation im neuen Jahr auf der Gera-Höhler Biennale in Gera zu sehen sein wird. Ein guter Start für 2017! Die Höhler in Gera gehören zu einem fantastischen, unterirdischen Tunnelsystem direkt unter der Altstadt. Genau das richtige Ambiente für die Installation, in deren Mittelpunkt die Augen eines Uhus stehen.
 
Bei einer internationalen Ausschreibung wie die für die Gera Höhler-Biennale reichen viele gute Künstler ihre Vorschläge, Ideen und Konzepte ein. Es ist eine attraktive Ausstellungsmöglichkeit, nicht nur, weil dort der Deutsche Installationskunst-Preis vergeben wird. Genommen werden am Ende von den vielen hundert internationalen  Bewerbungen ca. 20 Künstlerinnen. Daher werde ich hier Auszüge aus dem Konzept "ROTSEHEN - vom Umgang mir der Wut", einzelne Schritte der Realisierung und natürlich das Ergebnis, das Mitte Juni auf der Gera-Höhler-Biennale zusehen sein wird, hereinstellen.

Fotoskizzen aus dem Konzept: Materialproben - Inspirationsquelle - Simulation
 
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Meine blog-Einträge werden mit Zeichnungen von geflüchteten Menschen begleitet,
die in Hamburg angekommen sind. Sie sind auf
Kunstaktionen vor ihren Notunterkünften entstanden.
Es ist mir eine große Ehre, dass ich dabei fotografieren durfte.
DANKE!
Ein kleiner Junge aus Syrien, ca.5 Jahre alt, "hortet" rote Farben
aus Angst, sie könnten ihm wieder genommen werden.
Ein etwa gleich alter Junge aus Afghanistan malt einen ganzen Bereich der Tafel
hochkonzentriert und akribisch genau rot an.

06 September 2016

LEBENSTRÄUME & HÜHNERPULLIS

Warum sich Lebensträume nicht gleich erfüllen statt bis zum nächsten Leben damit zu warten? Ich habe am Wochenende damit begonnen und mache endlich eine Ausbildung zur FALKNERIN. An vier aufeinanderfolgenden und bis zum Rand gefüllte Wochenenden lerne ich alles über Greifvögel – von der Aufzucht bis zur Beizjagd – in Theorie und Praxis und natürlich mit Prüfung. Es ist unglaublich spannend.
 
Auf dem Heimweg habe ich einen Bericht im Radio gehört, der zwar gar nichts mit Greifvögeln zu tun hat, aber auch mit Vögeln. Es ging um Hühner und dem Verein „Rettet das Huhn e.V. ".
Dieser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, ausgediente Legehennen aus Massentierhaltungen zu übernehmen und an solche Menschen weiter zu vermitteln, die ihnen ein artgerechtes, erfülltes Hühnerleben schenken möchten. Dafür holen sie die etwas 1,5 Jahre jungen Legehennen aus großen Legebatterien ab und vermitteln sie an "HühnerliebhaberInnen" weiter. Im Betrieb würden sie einfach „entsorgt“ werden, weil sie ab einem gewissen Alter nicht mehr genug Leistung bringen. Die ehemaligen Hochleistungslegehennen haben oftmals kaum noch Federn und sind komplett abgemagert, weil sie weder ihre natürliche Hackordnung ausleben konnten, noch die Sonne gesehen haben. Zum Schutz vor Kälte und Verletzungen brauchen sie, bis ihr Federkleid wieder nachgewachsen ist. selbstgemachte „Hühnerpullis“. Der Verein hat mittlerweile über 38.000 Legehühner gerettet – also brauchen sie entsprechend viele solcher „Hühnerpullis“ und bitten um Mithilfe. Denn Hühnerpullis kann man nur selber machen, die können nirgends gekauft werden. Auch nicht auf Amazon.

Auf Youtube gibt es eine genaue Nähanleitung, wie und woraus diese Hühnerpullis gemacht werden können:
link >>>  youtube_Nähanleitung_HÜHNERPULLI
Auf ihrer www-Seite kann eine Anleitung als pdf- Datei heruntergeladen werden:
link >>> Nähanleitung_HÜHNERPULLI_pdf
Und hier gibt es aktuelle Informationen zu "Rettet das Huhn e.V.:
link >>> RETTET DAS HUHN



Der Verein freut sich über jeden selbstgemachten HÜHNERPULLI,
der ihnen zugeschickt wird. Wer hat Lust?
Viel Spaß!

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Meine blog-Einträge werden mit Zeichnungen von geflüchteten Menschen begleitet,
die in Hamburg angekommen sind. Sie sind auf
Kunstaktionen vor ihren Notunterkünften entstanden.
Es ist mir eine große Ehre, dass ich dabei fotografieren durfte.
DANKE!
Ein Mädchen aus dem Iran, ca. 12 Jahre alt, malt am selben Tag,
an dem sie mit 450 weiteren Menschen hier in Hamburg angekommen ist,
hochkonzentriert ihren "Traum von Heimat".

 

08 August 2016

UNPERFEKT II – Charme & Chance

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat zu einem Zukunftsforum II eingeladen, und zwar MICH! Was für ein Zufall – denn die TeilnehmerINNEN wurden tatsächlich per Telefon und über Zufallsgenerator ausgewählt. Ich hatte richtiges GLÜCK.
siehe link >>> zukunft-verstehen <<<

Fünfzig Menschen aus ganz Deutschland durften daran teilnehmen. Wir waren zum Diskutieren eingeladen, konnten Vortage hören, Arbeitsgruppen bilden und ausführlich miteinander reden. Vorweg gab es einen 13-seitigen Reader, für Hotelübernachtungen, Anfahrt und Catering wurde gesorgt. Also alles echt exklusiv, das Bundesministerium hat es sich etwas kosten lassen – kein Wunder, denn diese Bürgerdialogreihe gehören zu einer gut finanzierten Hightech-Strategie, die den gesamten Mittelstand ankurbeln soll, um die Position Deutschlands zu stärken und Innovationsführer zu werden. Da wird viel erwartet. Da geht es bestimmt  um Geld – und Macht. Und dazu wurde ausgerechnet ich eingeladen, eine Künstlerin.
siehe link >>> hightech-strategie <<<

Der Zukunftstag im Berliner betahaus war ein Tag voller Ideen, Visionen, spannender Vorträge und interessanten Menschen. Es ging ums Tauschen, Teilen, Selbermachen – und welche Strategien und Lebensmuster jenseits von Google, Amazon und Co immer präsenter werden. Es ging darum, dass sich etwas verändert, wenn allerorten gebastelt, genäht, gekocht wird und individuelle Produkte mit kleinen Auflagen vermarktet oder getauscht werden. Es ging auch darum, was passiert, wenn Menschen sich ausprobieren, wenn sie sich trauen, ungewöhnliche Geschäftsmodelle auf die Beine zu stellen und ihr neuerworbenes Wissen sofort mit anderen teilen und mitteilen. Natürlich ging es auch darum, wie dafür die digitalen Vernetzungsmöglichkeiten genutzt werden.
Tauschen, Teilen, Selbermachen - allen gemeinsam ist, das der landläufige Hang zum Perfektionismus nicht nur hinterfragt, sondern richtiggehend ausgehebelt wird. Da geht es nichtmehr um die allgegenwärtigen Lebensziele wie Karriere, Position und (die Anhäufung von) Eigentum, sondern vielmehr um Zufriedenheit mit der eigenen Arbeit, Achtsamkeit im Umgang mit Menschen, sinnvolle Beschäftigung und ungebremste Kreativität.
 
Das nehme ich mir gerne mit auf meinen zweiwöchigen Urlaub im Wohnmobil.
Hoffe, der wird richtig schön unperfekt.
 
 
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Meine blog-Einträge werden mit Zeichnungen von geflüchteten Menschen begleitet,
die in Hamburg angekommen sind. Sie sind auf
Kunstaktionen vor ihren Notunterkünften entstanden.
Es ist mir eine große Ehre, dass ich dabei fotografieren durfte.
DANKE!

--- ein Junge, ca. 10 Jahre alt, aus dem Irak, malt auf azurblauen Wasser eine schwarze " Barke" ---
 --- ganz kurz war unter der "Barke" die Umrisse einer Gestalt zu sehen ---
--- die ganz schnell wieder weggewischt worden ist ---
 

26 Juli 2016

EINZELGÄNGER *** Phönix aus der Asche

 
Greifvögel mögen keine Nähe
 
Greifvögel sind stolze Vögel. Sie scheinen unerreichbar, haben Argusaugen, schlagen ihre Beute zielgenau und werden als Krafttiere verehrt. Wer Greifvögel am Himmel kreisen sieht, der kann ein ehrfürchtiges Staunen kaum unterdrücken. Sie sind ein weltweites Symbol für Kraft und Freiheit, verkörpern Autonomie, Stolz und Effizienz und strahlen unverhohlene Aggression aus. Wie gewöhnt man diese stolzen und eigensinnigen Vögel an den Menschen?
 
Falkner(in) für einen Tag. 
 
Auf ihre unglaubliche sympathische Art hat uns Ricarda, die Falknerin und Tierpflegeleiterin des Falkner-Parks Örtze bei Müden, nicht nur die Psychologie der Greifvögel nahegebracht, sondern uns auch unsere Berührungsängste genommen. Nach einer kurzen Einführung ging es los – ganz praktisch: 
 
Abtragen – Ätzung – Freiflug. 
 
Das heißt im Klartext: Handschuh an und Greifvogel ´drauf. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, mit diesen stolzen Tieren durch den Park zu wandern. Später kamen kurze Flüge an der Leine dazu, die Krönung bildete ihr atemberaubender Freiflug – natürlich alles mit der entsprechenden Belohnung, denn sie machen NICHTS umsonst. So lernten wir den Wanderfalken Siwa, die Wüstenbussarde Ron und Hermine, den Adler Tria und den Uhu Esmeralda kennen und lieben. Ganz nebenbei weihte uns Ricarda in die Geheimnisse der Greifvogelmentalität ein: seine Bedürfnisse als Hochleistungssportler, seine natürliche Aggressionsfähigkeit, sein Fressverhalten, seine Auffassungsgabe und sein Verhältnis zum Menschen.
 
 
 
Eine Greifvogelmentalität ist gar nicht so weit entfernt ist von unseren modernen Managerqualitäten:
Zielgenauigkeit, Konzentration, Weitsicht, Selbstbestimmtheit.
>>> Das könnten aber auch die Ziele eines westlichen ZEN-Buddhisten sein <<<
 
Das gibt zu denken.
Mit dem Schwarmverhalten einer Ameise haben Greifvögel jedenfalls rein gar nichts zu tun.

AMAZON´S HORROR.

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Meine blog-Einträge werden mit Zeichnungen von geflüchteten Menschen begleitet,
die in Hamburg angekommen sind. Sie sind auf
Kunstaktionen vor ihren Notunterkünften entstanden.
Es ist mir eine große Ehre, dass ich dabei fotografieren durfte.
DANKE!
Ein junger Mann aus Syrien, vielleicht 25 Jahre alt,
zeigt mir auf seinem Handy Fotografien von seiner Familie.
Seiner Frau, seinen Kindern, seinen Eltern, seinen Geschwistern.
Sie sind alle nicht mehr da.
Er ist ganz alleine.