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05 Juli 2018

MUMMENSCHANZ

Nach einer kleinen Pause – in der eine Reise nach Anafora in Ägypten, ein Aufbau der Installation ROTSEHEN auf der Nordart und eine Einladung nach Ulaanbaatar in der Mongolei meine ganze Aufmerksamkeit gefordert hat – geht es jetzt endlich weiter mit
 
DENKEN IN BILDERN
und der Frage
Warum ist das Vermummen auf Demonstrationen verboten und auf Prozessionen erlaubt?

Auf Demonstrationen muss die Identität jedes einzelnen nachgewiesen werden können. Wenn das nicht möglich ist, droht eine einjährige Haftstrafe. Das gilt jedoch nur für die Teilnehmer, nicht für die begleitenden Polizisten. Die dürfen unerkannt bleiben.
Bei Prozessionen ist das Vermummen und Verschleiern ausdrücklich erlaubt und gewünscht. Prozessionen gibt es seit tausenden von Jahren, sie sind ein wesentlicher Bestandteil vieler Religionen, eine Art ritueller Fußmarsch zu einem bestimmten Ort. Auf Prozessionen wird maskiert, verschleiert, vermummt und es entstehen große Gruppen von Menschen, die alle gleich aussehen. Rein optisch gesehen gibt es kaum noch einen Unterschied zwischen Nonnen, Mönchen Burka-Trägerinnen, und anderen Teilnehmern. Alles sieht sich zum Verwechseln ähnlich. Auf der Prozession auf La Palma zur Heiligen Woche sehen die Büßer wie Mitglieder des rassistischen und gewalttätigen Ku-Klux-Klans aus. Unter den Verschleierungen scheinen sich alle Religionen, Weltanschauungen und Überzeugungen optisch zu vermischen.
 
Die Individualität des Einzelnen rückt in den Hintergrund und es ist nicht mehr wichtig, dass wir als ein einzigartiges Wesen gesehen und anerkannt zu werden. Stattdessen werden wir Teil eines Ganzen, das in sich eine eigenständige Kraft hat und ein faszinierendes Eigenleben entwickeln kann. Eine Eigendynamik, die kaum aufzuhalten ist. Wir bekommen sie spielerisch auf Flashmobs und Critical-Mass-Aktionen zu spüren und ganz elementar dann, wenn viele Menschen etwas gemeinsam wollen und ihre eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Besonderheiten dahinter zurückstellen.
 
Vermummte
Polizisten
Katholische Nonnen
Burka-Trägerinnen
Katholische Nonnen
Mönche Pathos
Buddhistische Mönche
Kardinäle
 
Das kann Angst machen - muss aber nicht.
 
Heilige Woche La Palma

11 Januar 2017

Der KITSCH_FAKTOR

Überall, wo viele Menschen zusammenkommen, gibt es KITSCH. Kitsch für Fans, Kitsch für Touristen, Kitsch für Liebhaber. Kitsch ist geschmacklos, minderwertig, grell, trivial, sentimental, übertrieben, unecht, banal, sinnlos, billig und verlogen – ABER – er wird massenhaft hergestellt und lässt sich glänzend verkaufen: Gartenzwerge, röhrende Hirsche, Masken aus aller Welt, Fahnen, Wimpel, Postkarten, schnulzige Heimatfilme, volkstümliche Hitparaden, triefende Trivialliteratur, sentimentale Seifenopern. Etwas als Kitsch zu bezeichnen, ist ein vernichtendes Urteil, das sowohl seinen Verehrer als auch das komplette Umfeld trifft. Dabei weiß keiner so recht, was Kitsch eigentlich ist. 

Was für den einen Kitsch ist, ist für den anderen heilig.
Was für den einen Kitsch ist, ist für den anderen kultiger Trash.
Was für den einen Kitsch ist, ist für den anderen ein Lebensinhalt
Was für den einen Kitsch ist, ist für den anderen eine Freude.
Was für den einen Kitsch ist, ist für den anderen (teure) Kunst.
Was im Abendland Kitsch ist, ist im Morgenland eine Rarität (und umgekehrt).
 
Heilige aus dem Westen und dem Osten

Ballon-Dogs von dem hochdotierten Künstler Jeff Koons

Venezianische Masken

Abfälle einer Souvenir-Manufaktur in Ägypten
 
Kitsch polarisiert.
Während die einen darauf schwören, dreht sich bei Anderen, alleine im Angesicht des Wortes "Kitsch", der Magen um. Brauchen wir möglicherweise den Kitsch, um nicht ständig nach dem tieferen Sinn des eigenen Daseins suchen zu müssen?

 
***
Meine blog-Einträge werden mit Zeichnungen von geflüchteten Menschen begleitet,
die in Hamburg angekommen sind. Sie sind auf
Kunstaktionen vor ihren Notunterkünften entstanden.
Es ist mir eine große Ehre, dass ich dabei fotografieren durfte.
DANKE!
Zwei junge Mädchen, beide um die 15 Jahre alt,
eine mit und eine ohne Kopftuch,
skizzieren ihre Sehnsucht nach Liebe.
 

16 November 2016

NÄHE & DISTANZ - Das Geheimnis der Vögel

Einen Schwarm von Vögeln oder von Fischen zu beobachten ist nicht nur schön, es birgt in sich auch etwas Beruhigendes, etwas Faszinierendes, etwas Unbegreifliches. Ein scheinbar perfektes Zusammenspiel lädt zum Staunen ein. Die ständig sich verändernden Formationen erscheinen wie ein unlösbares, unsichtbares Geheimnis.

 
Wie funktioniert so ein Schwarm? Die Vögel eines Vogelschwarmes – Stare beispielsweise – orientieren sich zunächst an sieben anderen Vögeln um sich herum. So bilden acht Vögel eine Gruppe, die wiederum mit anderen Gruppen des Schwarms vernetzt sind. Diese vielfältig vernetzten Vogel-Gruppen bewegen sich automatisch und instinktiv nach drei Gesetzmäßigkeiten: Zusammenhalt, Trennung und Ausrichtung.
Das Gesetz des Zusammenhaltens (Kohäsion) besagt: Bewege dich in die Richtung des Mittelpunkts derer, die du in deinem Umfeld siehst. Also, >>> hin zu deinen Nachbarn.
Das Gesetz der Trennung (Separation) meint: Halte einen Mindestabstand ein und bewege dich weg, sobald dir jemand zu nahe kommt. Also, >>> weg von deinem Nachbarn.
Das Gesetz der Ausrichtung heißt: Bewege dich in dieselbe Richtung und mit derselben Geschwindigkeit wie diejenigen in deiner Nähe. Also, >>> parallel zu deinen Nachbarn.
 
 
Ein Schwarm hält demnach ein nahezu perfektes Gleichgewicht zwischen Nähe und Distanz.
Das ist eine Eigenschaft, die uns Menschen leider selten gelingt.
 
***
 
Meine blog-Einträge werden mit Zeichnungen von geflüchteten Menschen begleitet,
die in Hamburg angekommen sind. Sie sind auf
Kunstaktionen vor ihren Notunterkünften entstanden.
Es ist mir eine große Ehre, dass ich dabei fotografieren durfte.
DANKE!
Vogel- und Fischschwärme tauchen immer wieder in den
Zeichnungen von geflüchteten Kindern und Jugendlichen auf.
 

02 September 2016

5000 JAHRE >>> vom I GING zum DATA MINING

Wer weiß denn so was?

Gottfried Wilhelm Leibnitz hat in diesem Jahr seinen 300-jährigen Todestag. Er war ein deutscher Mathematiker und Philosoph. Im 16. Jahrhundert war es noch üblich, dass Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften miteinander in Verbindung standen und gemeinsam betrachtet wurden.
Leibnitz war fasziniert von dem I GING. Das I GING ist ein mittlerweile 5000 Jahre altes chinesisches Orakel, das aus einer Sammlung von Strichzeichnungen besteht – genauer 64 Hexagramme. Diesen Hexagrammen wurden poetische Sprüche mit unterschiedlichen Bedeutungen zugeordnet. Man kann (auch heute noch) dem I GING Fragen stellen und mit zufälligen Münzwürfen eines der 64 Hexagramme auswählen. Mit einem „Weisheitsbuch“ oder dem „Buch der Wandlungen“ wird das erwählte Hexagramm dann orakelhaft interpretiert und für die jeweilige Lebenssituation gedeutet. (Das „Weisheitsbuch“ oder das „Buch der Wandlungen“ kann natürlich bei Amazon gekauft werden.) Sowohl die Strichzeichnungen als auch die dazugehörigen Sprüche sind von einer außerordentlichen Schönheit.

 
Leibniz war so begeistert von dem I GING-Orakel, dass er sich einen wissenschaftlichen Austausch mit China wünschte. Er regte sogar an, dass China Missionare in den Westen schicken sollte, um die richtige Anwendung und Praxis des Verhaltens der Menschen untereinander zu lehren. Leider antwortete der Kaiser von China auf seine Briefe nicht und die Verschmelzung von Mathematik und I Ging blieb vorerst eine Aufgabe für die Zukunft. 
Vom I GING inspiriert, entwickelte Leibnitz eine „philosophische Arithmetik" aus Nullen (dem Nichts) und Einsen (Gottes Wort). Er schrieb: „Alles kann mit dieser Methode gelöst werden.“ Deshalb kündigte er an, „dass man mit diesem dualen Zahlensystem auch eine Rechenmaschine bauen könnte“, die alle Antworten auf jede Frage zweifelsfrei berechnen könne.

Tatsächlich entwickelte er mit dem binären Zahlencode 1/0 die erste Rechenmaschine, und legte damit den Grundstein für unsere heutige rechnergestützte Informationstechnologie. Auch der visualisierte binäre Zahlencode birgt in sich eine beinahe meditative Schönheit.
 

Heute, 300 Jahre später, ist fast jeder westliche Haushalt digitalisiert. Um die enormen Datenbestände zu erfassen, wird das DATA-MINING eingesetzt. Amazon, Google und Co bedienen sich des DATE MININGs, um neue Trends zu erkennen und Verhaltensweisen  zu erforschen. DATA-MINING untersucht unsere Daten nach Regelmäßigkeiten, Gesetzmäßigkeiten und verborgene Zusammenhänge - und erzeugt daraus Grafiken, die ebenfalls absolut ästhetisch sind.
 

DATA MINING hat also seinen Ursprung im
5000 Jahre alten I GING
und sie haben zwei Dinge gemeinsam:
sie sehen sehr schön aus und 
sie wollen gute Ratschläge erteilen.
(>>> nur anders <<<)

***
Meine blog-Einträge werden mit Zeichnungen von geflüchteten Menschen begleitet,
die in Hamburg angekommen sind. Sie sind auf
Kunstaktionen vor ihren Notunterkünften entstanden.
Es ist mir eine große Ehre, dass ich dabei fotografieren durfte.
DANKE!

Eine junge Frau aus Syrien zeichnet
Eindrücke ihrer Flucht
 



19 Juli 2016

UNPERFEKT I _ Wabi-Sabi

 
Eine gute Idee ist Gold wert – aber wann ist eine Idee gut? Und wer bestimmt das?
 
Ideen- und Inspirationsquellen scheinen von einem großen Geheimnis umgeben zu sein. Früher wurde man von der Muse geküsst, wenn etwas besonders gut gelang. Heute gibt es eine „Kreativitätsszene“, die händeringend nach guten Ideen sucht - um wettbewerbsfähig und konkurrenzlos zu bleiben. Mit teuren Seminaren und Trainingsprogrammen sollen Ideen auf Knopfdruck produziert werden, die noch besser, noch effektiver, noch wirtschaftlicher, noch erfolgreicher sind. Am besten viral. Trotzdem gibt es Schreibblockaden und leere Köpfe. Das macht auch vor der Kunst nicht Halt. Sind Wettbewerbsstrategien und der damit einhergehende Perfektionismus Kreativitätskiller?
Auf der anderen Seite wächst gerade jetzt im Moment eine Do-it-yourself-Bewegung aus dem Boden, die mit kreativen Ideen nur so um sich wirft. Eine schöner wie die andere. Auf DaWanda, Pinterest & Co zeigen viele tausend Menschen weltweit ihre selbst gestalteten Objekte. Die DIY-Portale wachsen stündlich an und gleichen einer kunterbunten Ideenlandschaft. Antriebsfeder ist eine neue Lust auf selbstgestaltete Unikate, mit viel Liebe zum Detail und ohne Perfektionismus und Zeitdruck im Nacken.
 
Warum besitzt das vermeintlich Unperfekte so einen unnachahmlichen Charme? In Japan gibt es ein Wort dafür: Wabi-Sabi – von der Schönheit des Unvollkommenen. Wabi-Sabi kennt den Ausdruck für „wertvoll“ nicht. Alles erhält erst dadurch seinen Wert, dass wir es lieben. Nicht etwas das Perfekte verdient unsere Liebe, sondern eben gerade das Unperfekte mit all seinen Makeln. Sie zeigen die Spuren der Zeit, geben Raum für Fantasie und erschaffen das wahrhaft Einzigartige.

 
Mein Trainingsprogramm für das kommende Jahr:
>>> Fräulein Unperfekt <<<
Herzlich willkommen und gute Reise.
 

 

Nichts in diesem Universum ist perfekt,
denn Perfektion bedeutet das Ende allen Wachstums.
Alan W. Watts, Philosoph
 
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Kreativitätstechniken zum Nachmachen:
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Meine blog-Einträge werden mit Zeichnungen von geflüchteten Menschen begleitet,
die in Hamburg angekommen sind. Sie sind auf
Kunstaktionen vor ihren Notunterkünften entstanden.
Es ist mir eine große Ehre, dass ich dabei fotografieren durfte.
DANKE!
 
Mädchen, ca. 14 Jahre alt aus Serbien
 
 

11 November 2015

SELBER GEHEN - die Macht der Füße

"Das Fußvolk entscheidet": wenn VIELE Menschen sich auf EINEN Weg machen, dann können sie in kürzester Zeit viel bewegen. Das haben wir 1989 zuletzt erlebt und merken es gerade heute wieder. Überall entsteht etwas Neues: neue Initiativen und Netzwerke, neue Gesetze, neue Containerstädte und neue Hilfsangebote.

Um eine Relation vom weltweiten GEHEN zu bekommen:
In Deutschland sollen in diesem Jahr 800.000 Menschen ankommen, viele zu Fuß.
Weltweit sind mehr als 14 Millionen Menschen auf der Flucht, auch zu Fuß.
Jährlich pilgern ca. 3 Millionen Menschen nach Mekka und
auf dem Jakobsweg in Spanien sind um die 250.000 Pilger unterwegs.
 
(Verkehrsforscher sprechen angesichts so hoher Zahlen von „gehenden Menschen“ auch vom „größten Fußgängerproblem der Welt“.)
Ich stell mir vor: überall in der Welt gehen Menschen. Gewohnte und ungewohnte Wege. Zuhause, im Alltag, im Urlaub, auf unbekannten Terrain. Viele von ihnen haben ein Handy dabei. Aus den unterschiedlichsten Orten auf der Welt nehmen sie für einige Sekunden ihren Weg auf – und schicken das Video mit einer Ortsangabe (und vielleicht einer kleinen Geschichte) hier her. Ich füge alles zu einem SELBER GEHEN-Film zusammen ...
 
Video.js | HTML5 Video Player

... und baue daraus eine SELBER GEHEN-Installation von gehenden Menschen
auf der ganzen Welt. Mit jps-Koordinaten, möglicherweise
mitgeschickten Geschichten, Geräuschen und Kartenmaterial ...

 
Ein Film für eine SELBER GEHEN-Installation sollte mindestens 2 Stunden lang sein, damit er wirkt.
Wenn jeder Beitrag/Aufnahme um die fünf Sekunden eingeblendet wird, dann bräuchte
ich mindesten 1440 Menschen, die mitmachen, weltweit.
 
Wie mache ich das? Wahrscheinlich erstmal auf facebook bekanntmachen, damit es viele Menschen lesen.
(Dazu müsste ich auf facebook sein...). Dann als Crowd-Funding-Projekt anmelden, damit es sich herumspricht und noch mehr Menschen Lust haben, dabei zu sein. Und einige nette
Geschenke fürs Mitmachen bräuchte ich natürlich auch.
 
Das ist doch ein Plan.

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eine schreiende Sonne mit weit aufgerissene Augen von einem Mädchen aus dem Irak 

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Meine blog-Einträge werden mit Zeichnungen von geflüchteten Menschen begleitet,
die gerade in Hamburg angekommen sind. Sie sind auf
Kunstaktionen vor ihren Notunterkünften entstanden.
Es ist mir eine große Ehre, dass ich dabei fotografieren durfte. DANKE!  

03 November 2015

ALLTAGSWUNDER_ Kunst aus Gewohnheit

Wir brauchen Gewohnheiten, um unseren Alltag zu bewältigen. Gäbe es keine Gewohnheiten, wäre das Leben sehr viel anstrengender. Zwischen 30 und 50 Prozent unseres täglichen Handelns werden durch Gewohnheiten bestimmt, Informationen ändern daran so gut wie nichts. Und jede Gewohnheit ist eine „kleine Sucht“.

Gewohnheiten können wie Kunstwerke aussehen und machen so mancher musealen Installation Konkurrenz.
 
Alltagskunst.
  
LAVRA - Portugiesischer Jakobsweg/ Fischerdorf

Textil-Biennale 2015 - Museum Rijswijk

Afghanistan - Frauen beim Einkauf


Zeit der neuen Gewohnheiten.
 
Gerade JETZT IM MOMENT werden viele Gewohnheiten geändert. Die vielen tausend geflüchteten Menschen, die heute hier ankommen, haben alle ihre Gewohnheiten hinter sich gelassen. Ihre Nachbarn, ihre Freizeit, ihre Gewürze und ihre Lieblingsbeschäftigungen.
 
Afghanistan - eine Familie - erhobene Hände

Die Menschen, die hier wohnen, müssen neue Gewohnheiten entwickeln, um für die Neuankömmlinge Hilfeangebote, Initiativen und Netzwerke ins Leben rufen. Menschen, die sich vorher nicht kannten, reden wieder miteinander und handeln gemeinsam. In einer Zeit, in der man sich lieber gegenseitig anschweigt, mit dem Handy spielt oder Zeitung liest ist das schon eine revolutionäre Veränderung.
 
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Meine blog-Einträge werden mit Zeichnungen von geflüchteten Menschen begleitet,
die gerade in Hamburg angekommen sind. Sie sind auf
Kunstaktionen vor ihren Notunterkünften entstanden.
Es ist mir eine große Ehre, dass ich dabei fotografieren durfte. DANKE!

22 Oktober 2015

EIN WEG _ viele Füße

 
Was haben Pilgerwege und Fluchtwege gemeinsam?
Und wie stark ist ein gemeinsamer Weg?
 
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Meine blog-Einträge werden jetzt mit Zeichnungen von Menschen aus
Notunterkünften in Hamburg begleitet.

Sie entstehen vor Zelt- und Containerdörfern auf  "Tafeln der Begegnung". Während einer Kunst-Aktionen verwandeln sich vorbereitete Tafeln in eine lebendige, sich ständig verändernde Leinwand aus Geschichten, Wünschen und Hoffnungen. Sie vermitteln eine Ahnung davon, was die Menschen aus den Notunterkünften erlebt haben könnten, geben aber auch einen Eindruck
von den unterschiedlichen Bedingungen in den Unterkünften.


Es ist mir eine große Ehre, dass ich dabei fotografieren durfte.
DANKE!

Zwei Menschen, gesichtslos und ohne Arme, nur Beine und Füsse; ein Fuß „hängt fest“.
 
 
Zitat der Königin
Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.
 Ben Gurion, ehem. israelischer Ministerpräsident


22 Juli 2015

ZATAARI & DADAAB _ Schlafstätten

Letzte Woche habe ich eine Zeltstadt für „Flüchtlinge“ besucht. Zeltstädte werden gerade überall in Hamburg errichtet, damit die vielen Menschen, die hier täglich ankommen, einen Platz zum Schlafen finden können. Die, die ich besucht habe, steht im Moorpark. Dort werden in den kommenden Monaten um die 500 Menschen ein vorläufiges zuhause finden.



Dabei konnte ich einen Blick ins Innere dieser Zelte erhaschen - was gar nicht so einfach ist, weil sie von einem blickdichten Zäunen umgeben sind. Stockbetten, eng nebeneinander, 16 Schlafplätze in einem Zelt. Von Privatleben keine Spur.



Das erinnerte mich an die teilweise sehr engen Unterkünfte auf dem Jakobsweg, in denen ich auf meiner Pilgerreise übernachtet habe. Auch da gab es keine Privatsphäre – aber PilgerInnen wollen es genauso und nicht anders.


---

 Zeltstädte und andere Notunterkünfte werden in Hamburg immer größer.
Die größten Flüchtlingslager dieser Welt gibt es allerdings nicht bei uns in Hamburg
oder in anderen reichen Großstädten, sondern in den ärmsten Ländern dieser Welt.
Ihre Namen klingen wie Geschichten aus 1001 Nacht: Zataari & Dadaab
Es sind gigantische Flüchtlingslager; Zelt- und Containermetropolen.
 
 
Zaatari ist in Jordanien nahe der syrischen Grenze. Dort leben heute über 85.000 Menschen
 
 
Dadaab liegt in Kenia und bietet Platz für fast 500.000 Flüchtlingen aus Somalia.

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Wieviel Privatsphäre braucht ein Mensch? Und wann stirbt die Hoffnung?
 
---

 
Wer in Zelten leben kann, steht sich am besten.
Johann Wolfgang von Goethe 
 
Was Goethe damit gemeint haben könnte?

08 Juli 2015

AMEISENWEISHEITEN – Viele können Vieles

Viele Menschen können viel bewegen. Dazu braucht es gar nicht viel. Es genügt oftmals nur eine kleine Geste, eine Handbewegung, einen Fingerzeig, ein Fußabdruck. Aber diese kleinen Gesten - von vielen gemacht - können im wahrsten Sinne des Wortes Zäune zum Einstürzen bringen.
 
Wie in Paris: fast eine Million Vorhängeschlösser mit einem Gesamtgewicht von 45 Tonnen haben Liebespaare im Laufe der Jahre an (nicht nur) das Geländer der Pariser Fußgängerbrücke Pont des Arts gehängt. Letztes Jahr ist das Gelände unter dem Gewicht der Liebesbeweise eingestürzt.



Auf dem Jakobsweg gibt eine absolut beeindruckende Etappe, die an einer Autobahn entlangführt. Über viele Kilometer hinweg ist der Weg mit einem Maschendrahtzaun abgesperrt, Diesen Zaun schmücken tausende von Kreuzen, die die Pilger hinterlassen haben. Alle unterschiedlich, alle einzigartig. Ein Weg der Zeichen.



 
 
 

Was braucht es, damit viele Menschen an einem Strang ziehen und dadurch
mit nur kleinen einzigartigen Gesten viel bewegen können?


Spaß? Betroffenheit? Neugierde? Gelegenheit?
Ameisen (Königinnen) wissen das.
 
 
Jeder Mensch ist ein anderes Land
Aus Afrika

---
 
 
www.HEIMATzweipunktnull.blogspot.com
Weitersagen! Mitmachen
 … denn jedem Anfang wohnt ein Zauber inne ...  

19 Mai 2015

AMEIZONAS – viele neue Königreiche


Gestern habe ich im Radio einen sehr inspirierenden Beitrag gehört. Dieser Beitrag handelte von LIBERLAND, dem neu gegründeten und jüngsten Staat in Europa. LIBERLAND liegt zwischen Kroatien und Serbien, hat einen eigenen Präsidenten, eine eigene Verfassung, ein eigenes Motto, eine eigene Flagge und 330.000 Menschen, die dort gerne leben möchten.  ---:::--- link: LIBERLAND
 
 

LIBERLAND ist eine Mikronation – und davon gibt es so einige auf der Welt.  
 
Eine kleine Auswahl:
Fürstentum SEALAND 550 Quadratmeter in der Nordsee knapp zehn Kilometer vor der Küste von Suffolk in England: ---:::--- link: SEALAND
 

 
Republik KUGELMUGEL, ein Kugelstaat im Wiener Prater: ---:::--- link: KUGELMUGEL
 
 
 
Jeder, der möchte, kann seine eigene Mikronation gründen.
Man braucht dazu nur ein echtes
oder ein virtuelles Niemandsland
und viele schöne Ideen. 
steht ganz genau drin, wie man das macht.


Perspektiven, Visionen und Utopien sind also doch möglich.
Freie Fahrt für neue Königreiche.
Einfach Anfangen
.
Ameisen machen das ständig.
 
---
 
Lieblingszitat der Ameisenkönigin
Das gelobte Land ist das Land, wo man nicht ist.
Englisches Sprichwort

28 April 2015

5. SAMMELSURIUM – im wilden Garten


Eigentlich wollte ich das Kapitel „SAMMELSURIUM“ erst einmal abschließen. Aber in der letzten Woche habe ich diesen Artikel gelesen – und da konnte ich einfach nicht widerstehen. 
 








Das „Loki Schmidt Haus“ bereitet eine Sonderausstellung im Botanischen Garten vor. Sie wollen Bilder von dem sammeln, was Hamburger sammeln. Die eingereichten Bilder  werden dann bewertet, katalogisiert und ausgestellt.
 

Jeder kann mitmachen!

Also los:
Ich sammle die berühmten Tropfen auf dem heißen Stein,     (Film los ---> Ton ab)

Video.js | HTML5 Video Player

und Füße.


 
 
 


Was sammelst du?
 
In mancher Bildersammlung ist der Eigentümer das einzige Original. (sagt Claude Villiers)
---
In manchen Ameisenstaaten ist die Königin das einzige Original. (sagt die Ameisen-Königin)
So ein Quatsch. (sagen die Arbeiterinnen)

21 April 2015

4. SAMMELSURIUM – Verlust der Nacht

 
 

PILGER SAMMELN STEMPEL
 
 
Dieser Pilgerpass ist für mich nicht nur eine Eintrittskarte in die vielen Pilger-Herbergen gewesen. Am Ende meiner 33-tägigen Pilgerreise war diese Stempelsammlung das Wertvollste,
was ich in meinen Händen hielt – und mein ganzer Stolz.

 

AMAZON SAMMELT MITARBEITER

 
Bad Hersfeld ist mit zwei Logistikzentren der älteste Amazon Standort in Deutschland. Hier wurde im August 1999 das erste deutsche Logistikzentrum eröffnet.

 Ab sofort stellt das Unternehmen für das erwartete lebhafte Saisongeschäft
zusätzlich mehrere Hundert Lager- und Versandmitarbeiter ein.
(siehe Pressemeldung)
Offene Bewerbertage finden immer von Dienstag bis Donnerstag zwischen 09:00 – 15:00 Uhr statt, an denen sich interessierte Bewerber ebenfalls ohne Anmeldung vorstellen können.
 
AMEISEN SAMMELN DUNKELHEIT
 
Sie meiden das Licht - Licht macht sie nervös. Sie bauen mit allem, was ihnen zur Verfügung steht, Lichtschutzräume. So entfliehen sie dem Licht und genießen ihre Dunkelheit. 
 
Ob unsere zunehmende Lichtverschmutzung auch ihnen Probleme bereitet? 

"Lichtverschmutzung" beschreibt die negativen Einflüsse künstlicher Lichtquellen, die die Nacht durch Straßenbeleuchtung, Leuchtreklamen, Videowände, Flutlichtanlagen und Industriebeleuchtung erhellen.
Die vielen Pressemitteilungen dazu klingen beinahe poetisch:
 

 ---
Lieblingsfrage der Königin im April
Im Dunkeln ist gut munkeln.
 OVID ---> (43 v. Chr. - 17 n. Chr.), eigentlich Publius Ovidius Naso, römischer Epiker
Was der wohl vor über 2000 Jahren mit "munkeln" gemeint haben könnte?

12 April 2015

3. SAMMELSURIUM - Messie_aner

Messies sammeln fast alles. Wikipedia sagt dazu: Der Begriff Messie-Syndrom (von englisch mess, dt. ‚Unordnung) bezeichnet schwerwiegende Defizite in der Fähigkeit, die eigene Wohnung ordentlich zu halten und die Alltagsaufgaben zu organisieren; es können ernsthafte seelische Störungen vorliegen. Umgangssprachlich werden Personen mit diesem Syndrom kurz Messies genannt.

Wenn Messies sammeln, sind sie krank.
 

Der gleiche Müll, nur anders geordnet und in das rechte Licht gerückt, ergibt Kunst. Das Künstlerpaar Sue Webster und Tim Noble arbeitet mit Müll, den sie in den Straßen Londons gesammelt haben.
 
 
Wenn Künstler sammeln, sind sie manchmal erfolgreich. 
 
 
Wo ist die Grenze zwischen erfolgreicher Kunst und zwanghafte Krankheit?


Zitat der Königin
Zeig mir deinen Müll und ich sag dir, wer du bist.
 
 
 
 
(Meine Ameisen sammeln und horten in ihrem Wohnzimmer Styroporkugeln und Insektenteile.)
 
 

08 April 2015

2. SAMMELSURIUM - Alltagswunder Pfandflasche


Einige Menschen sammeln täglich viel und sind trotzdem keine Künstler. Flaschensammler sammeln Pfandflaschen – um zu überleben. Überall dort, wo viele Menschen gefeiert oder gewartet haben: auf dem Flughafen, nach dem Festival, hinter dem Stadion.
Vier Flaschen für einen Euro, das Geld liegt auf der Straße - oder im Mülleimer.

Viele Flaschen für das „täglich Brot“:


Viele Flaschen für die Kunst: 

Wer bestimmt eigentlich, ab wann eine Müllsammlung Kunst wird, und ab wann sie auf den Müll gehört?


 
 Lieblingszitat der Königin
Ist das Kunst oder kann das weg?