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13 Juli 2017

ART & ANIMALS

Die Sommerpause ist vorbei. Nach einer unglaublichen (Zeit-)Reise in ein koptisches Kloster nahe bei Kairo/ Ägypten – ein Kunstprojekt darüber ist in Arbeit und wird selbstverständlich hier zusehen sein – einer wundervollen Wanderung in den Schottischen Highlands und drei Ausstellungseröffnungen geht es jetzt weiter mit: 
Kunst mit Tieren ist seit den frühen Höhlenzeichnungen ungebrochen im Trend. Auf der aktuellen documenta in Kassel sind am Sonntag die pittoresken Goldenen Reiter von Ross Birell nach einem 100 Tage langen und 3000 Kilometer weiten Ritt aus Athen angekommen. Von tausenden Besuchern freudig erwartet und umjubelt wurden die „documenta-Reiter“ und der „Götterhengst Hermes“ begeistert in Empfang genommen. Anne Imhoff, die gerade den goldenen Löwen der Biennale in Venedig gewonnen hat, benutzt für ihre wunderbaren Kunstaktionen auch Wachhunde und Esel. Und Joseph Beuys wurde weltberühmt, als er sich in einer New Yorker Galerie mit einem Kojoten zusammen einsperren ließ.
 
Anne Imhoff 2013 - Joseph Beuys 1974 - Ross Birell 2017
Warum ist Kunst mit Tieren so attraktiv? Vielleicht, weil wir Menschen die Tiere insgeheim um ihre Selbstverständlichkeiten beneiden. Sie leben vollkommen im Hier und Jetzt (wenn auch instinktgesteuert), stellen sich selbst und andere nicht in Frage und haben keine Angst vor dem Tod und dem Sterben. 
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Die Kunstinstallation ROTSEHEN – VOM UMGANG MIT DER WUT, die gerade auf der Höhler Biennale in Gera gezeigt wird, hieß ursprünglich „Der Schrei der Esmeralda“. Esmeralda ist ein junges, wildes, freiheitsliebendes Uhuweibchen. Im Zuge der Videoarbeit mit Esmeralda und anderen europäischen Uhus konnte ich ihr natürliches und überlebenswichtiges Aggressionspotential visuell erforschen und es mit den aktuellen „wütenden Zeiten“ in Beziehung zu setzen.
  
HÖHLER BIENNALE 2017 - Gera / Auswahl Deutscher Installationskunstpreis
7-Kanal-Videoinstallation - 1 Raspberry Pi-Netzwerk - 1 Sound Surround System














 
Video.js | HTML5 Video Player
 
 
Meine blog-Einträge werden mit Zeichnungen von geflüchteten Menschen begleitet, die in Hamburg angekommen sind. Sie sind auf Kunstaktionen vor ihren Notunterkünften entstanden. Es ist mir eine große Ehre, dass ich dabei fotografieren durfte. DANKE! 

Kinder und Erwachsene malen und zeichnen immer wieder Fische.
Fischschwärme umgeben von Raubfischen, die Schiffe begleiten. Fluchterfahrungen.

 

23 Februar 2017

FREIFLÜGE & ZUFÄLLE

Greifvögel gehören zu den scheuesten und wildesten Geschöpfen dieser Erde, und es ist immer wieder faszinierend, wenn ein abgerichteter Greifvogel nach dem Freiflug zur ausgestreckten Faust zurückkehrt. Das Abtragen von Greifvögeln gilt seit jeher als eine besondere Kunst. Im Mittelalter wurde der Falkner tatsächlich als Künstler angesehen und nicht als Jäger.
Die Kunst der Falknerei besteht darin, einen Wildvogel so an einen Menschen zu "binden", dass er ihm freiwillig folgt und ihn als seinen Partner anerkennt. Diese legendäre Partnerschaft zwischen Greifvogel und Mensch muss jedes Jahr aufs Neue ausgehandelt werden, denn nach ihrer Winter- und Mauserpause sind die Tiere komplett ausgewildert und wollen von uns Menschen nichts mehr wissen. Man fängt quasi von vorne an, und es kostet 2-5 Wochen harte Arbeit, bis die Vögel erneut in die Partnerschaft einwilligen. 
 
Ich habe nun das große Glück, gerade in dieser kritischen Zeit als Falknerin in einer Falknerei einen Adler, mehrere Falken, zwei Wüstenbussarden und einen Uhu begleiten zu dürfen - und ihren Weg vom kompletten Wildvogel bis hin zum ersten Freiflug hautnah mitzuerleben.
 
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Bei dem Uhu handelt es sich um genau das pubertierende Uhu-Weibchen,
das hier bereits mehrfach aufgetaucht ist und deren wunderschöne Augen
mich zu der Installation ROTSEHEN verführt haben.
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Mein Lieblingskuscheltier war vor sehr, sehr vielen Jahren ein Teddy, den ich
Bubo nannte. Der lateinische Name des Uhus lautet ebenfalls Bubo Bubo.
Zufälle gibt`s. 
 

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Meine blog-Einträge werden mit Zeichnungen von geflüchteten Menschen begleitet,
die in Hamburg angekommen sind. Sie sind auf
Kunstaktionen vor ihren Notunterkünften entstanden.
Es ist mir eine große Ehre, dass ich dabei fotografieren durfte.
DANKE!
 
Ein Junge aus dem Kosovo erzählt zeichnend von den Dingen,
die er zuhause zurück gelassen hat: seine Schule, seine Freunde.


 

03 Januar 2017

ROTSEHEN - vom Umgang mit der Wut

Rot gilt als Farbe des Feuers oder des Blutes. Im Hebräischen haben die Worte Blut und Rot den gleichen Ursprung: Rot heißt "adom" und Blut heißt "dam". Mit Blut und Feuer verbinden wir positive und negative Eigenschaften. Dem Hass, dem Krieg, der Aggression und dem Blutvergießen stehen die Kraft, die Liebe, die Wärme und die Leidenschaft gegenüber. Rot ist ebenfalls die Farbe wilder Gefühlsausbrüche: Wenn man sich schämt oder wenn man wütend wird, errötet man. Wer die Kontrolle über sich selbst verliert, "sieht rot" und das, worauf wir gereizt oder aggressiv reagieren, wird zum „roten Tuch“. 
Die tief rot-orangenen Augen von dem Uhu Esmeralda haben mich zu der Installation ROTSEHEN inspiriert. Jetzt freue ich mich sehr darüber, dass diese Installation im neuen Jahr auf der Gera-Höhler Biennale in Gera zu sehen sein wird. Ein guter Start für 2017! Die Höhler in Gera gehören zu einem fantastischen, unterirdischen Tunnelsystem direkt unter der Altstadt. Genau das richtige Ambiente für die Installation, in deren Mittelpunkt die Augen eines Uhus stehen.
 
Bei einer internationalen Ausschreibung wie die für die Gera Höhler-Biennale reichen viele gute Künstler ihre Vorschläge, Ideen und Konzepte ein. Es ist eine attraktive Ausstellungsmöglichkeit, nicht nur, weil dort der Deutsche Installationskunst-Preis vergeben wird. Genommen werden am Ende von den vielen hundert internationalen  Bewerbungen ca. 20 Künstlerinnen. Daher werde ich hier Auszüge aus dem Konzept "ROTSEHEN - vom Umgang mir der Wut", einzelne Schritte der Realisierung und natürlich das Ergebnis, das Mitte Juni auf der Gera-Höhler-Biennale zusehen sein wird, hereinstellen.

Fotoskizzen aus dem Konzept: Materialproben - Inspirationsquelle - Simulation
 
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Meine blog-Einträge werden mit Zeichnungen von geflüchteten Menschen begleitet,
die in Hamburg angekommen sind. Sie sind auf
Kunstaktionen vor ihren Notunterkünften entstanden.
Es ist mir eine große Ehre, dass ich dabei fotografieren durfte.
DANKE!
Ein kleiner Junge aus Syrien, ca.5 Jahre alt, "hortet" rote Farben
aus Angst, sie könnten ihm wieder genommen werden.
Ein etwa gleich alter Junge aus Afghanistan malt einen ganzen Bereich der Tafel
hochkonzentriert und akribisch genau rot an.

19 Oktober 2016

zwischen AGGRESSIV und KREATIV

Landläufig glaubt man, Adler, Habichte und Falken würden ständig in den Lüften kreisen um nach Beute Ausschau zu halten. Das stimmt so nicht. Greifvögel sind höchstens einmal am Tag aktiv und entwickeln dabei einen Stoffwechsel wie ein Hochleistungssportler. Die Beutejagd verlangt ihnen so viel ab, dass sie sich den Rest des Tages, also 23,5 Stunden, davon erholen müssen, sprich ausruhen. Falkner sagen dazu, sie „stellen“ sich auf. Die meiste Zeit des Tages verbringt der Greifvogel auf einem Baum oder einem Felsen. Still, beobachtend, man könnte fast meinen, er meditiert. Charakteristisch für Greifvögel ist also ihre zielgenaue Aggression in Kombination mit stundenlangen Ruhephasen, die man auch „Greif-Meditation“ nennen könnte.
 
Das Wort Aggression kommt aus dem Lateinischen und ist erst einmal wertneutral. Es setzt sich aus den Silben ag für „zu, nach hin“, gradi für „schreiten, festen Schrittes gehen“ und gradus für „Schritt“ zusammen. Aggression könnte man also von seinem Ursprung her mit „Festen Schrittes zu etwas hingehen“ übersetzen Demnach wäre jede zielgerichtete Aktivität als aggressiv einzustufen. Heute fasst man den Begriff Aggression natürlich wesentlich enger.

Das Wort Meditation kommt ebenfalls aus dem Lateinischen, und heißt übersetzt „nachdenken, nachsinnen, überlegen“. Der Ursprung der Meditation wird im Fernen Osten vermutet, genauer dem heutigen Afghanistan, wo sie vor gut 4000 Jahren als eine Art spirituelle Geistessschulung entwickelt wurde.
Heute befassen sich Neurowissenschaftler mit den Auswirkungen der Meditation auf unser Gehirn. Sie untersuchen beispielsweise die Gehirne von buddhistischen Mönchen während ihrer Meditation in einem MRT. Dabei haben sie festgestellt, dass regelmäßiges meditieren speziell den präfrontalen Kortex aktiviert und stärkt. Das ist der Bereich im Gehirn, der für unsere Entschlossenheit, unsere Handlungsbereitschaft, unser Planungsvermögen und unsere Problemlösungen zuständig ist – und der normalerweise leider eher schlecht entwickelt ist. Außerdem werden während einer Meditation im Gehirn Thetawellen erzeugt. Thetawellen (7 - 4 Hz) sind die Wellen des Unterbewussten. Sie kommen besonders im Traum, in der Meditation, bei Gipfelerfahrungen und während kreativer Zustände vor.
 
Kurz gesagt macht es die Mediation für uns also leichter, 
 kreativ, lösungsorientiert und punktgenau zu handeln.
Vielleicht können Greifvogel nur deshalb so zielgerichtet handeln,
weil sie die meiste Zeit des Tages meditierend zubringen?
 
Die roten Augen eines Uhu-Weibchens wechseln kaum merklich
zwischen unverhohlener Aggression und konzentrierter Beobachtung.

Ein Junge aus Afghanistan/Kabul malt ein feuerrotes Haus ohne Fenster und mit verschlossener Tür.

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Meine blog-Einträge werden mit Zeichnungen von geflüchteten Menschen begleitet,
die in Hamburg angekommen sind. Sie sind auf
Kunstaktionen vor ihren Notunterkünften entstanden.
Es ist mir eine große Ehre, dass ich dabei fotografieren durfte.
DANKE! 
 

21 September 2016

MUT ZUR WUT

Der Adler ist seit jeher ein Inbegriff für Freiheit, innere Kraft, konzentrierte Ruhe und zielgerichtete Aggression. Seine Argusaugen beobachten unermüdlich und über weite Entfernung alles bis ins Kleinste. Über die beinahe übersinnlichen Kräfte des Königs der Lüfte gibt es unzählige Geschichten.

So erwählte der Legende nach Zeus, der höchste aller griechischen Götter, den Adler zu seinem Symboltier. In der hinduistischen Kunst ist Garuda, das Reittier des Gottes Visnu, ein Vogelwesen mit Adlerschnabel. Im Christentum ist der Adler ein Kennzeichen des Evangelisten Johannes sowie zahlreicher anderer Heiliger und ein Sinnbild für die Himmelfahrt Christi. Kaiser Karl der Große entdeckt im Jahre 800 den Adler als kaiserliches Wappentier. Damit galt der Adler für Jahrhunderte als Königssymbol und konnte sich bis heute als Staatssymbol durchsetzen. Als Bundesadler ist er im Staatswappen der Bundesrepublik Deutschland zu sehen – und auf den deutschen 1- und 2-Euro-Münzen hat er es auch geschafft.
 
Greifvögel, allen voran der Adler, aber auch Habichte, Falken und Uhus sind tatsächlich höchst aggressiv und vollkommen unsozial. Das einzige, was sie wirklich interessiert, ist es „Beute zu machen“, um selber satt zu werden oder ihre Jungen zu füttern. Sie haben keinerlei gemeinnütziges Interesse. Wenn zwei Habichte sich so nahe wie auf dem unteren Bild kommen würden, würden sie sich in kürzester Zeit gegenseitig zerfleischen.
 
so guckt ein "entspanntes" Habichtsweibchen
 
Wenn man sich Greifvögeln nähert – beispielsweise bei einer Ausbildung zur FalknerIn, wie ich sie gerade mache – muss man sich dieser wütenden Aggression des Vogels stellen und sie „benutzen“ lernen. Wut und Aggression sind unter Menschen Eigenschaften, die nicht toleriert werden. Wut macht vor allem Angst, ist zerstörerisch und kann gewaltiges Unheil anrichten. Derartige Gefühle werden schon im Kindesalter weitgehend tabuisiert und unterdrückt. Auf der anderen Seite wird in politischen, wirtschaftlichen aber auch geistigen und psychischen Bereichen genau diese zielgerichtete Aggression eines Greifvogels eingesetzt, um eigene Interessen in welcher Form auch immer durchsetzen zu können. 
 
"Greifvogel-Geschüh", das der Falkner anlegt, um den Vogel "abzutragen"

Mir kommt der Verdacht, dass Wut und Aggression eine durchaus erlaubte, vielleicht sogar überlebenswichtige Funktion haben könnten - solange sie kontrolliert eingesetzt und ehrlich angesprochen werden. Und dass die von Kindheit an unterdrückte Wut viel mehr Schaden anrichten könnte, als ein gesundes und kultiviertes „Mut zur Wut“.

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Meine blog-Einträge werden mit Zeichnungen von geflüchteten Menschen begleitet,
die in Hamburg angekommen sind. Sie sind auf
Kunstaktionen vor ihren Notunterkünften entstanden.
Es ist mir eine große Ehre, dass ich dabei fotografieren durfte.
DANKE!

Ein etwa 12-jähriger Junge aus Kabul/ Afghanistan 
zeichnet "rauchende" Panzer, die durch seine Heimat ziehen.


 

06 September 2016

LEBENSTRÄUME & HÜHNERPULLIS

Warum sich Lebensträume nicht gleich erfüllen statt bis zum nächsten Leben damit zu warten? Ich habe am Wochenende damit begonnen und mache endlich eine Ausbildung zur FALKNERIN. An vier aufeinanderfolgenden und bis zum Rand gefüllte Wochenenden lerne ich alles über Greifvögel – von der Aufzucht bis zur Beizjagd – in Theorie und Praxis und natürlich mit Prüfung. Es ist unglaublich spannend.
 
Auf dem Heimweg habe ich einen Bericht im Radio gehört, der zwar gar nichts mit Greifvögeln zu tun hat, aber auch mit Vögeln. Es ging um Hühner und dem Verein „Rettet das Huhn e.V. ".
Dieser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, ausgediente Legehennen aus Massentierhaltungen zu übernehmen und an solche Menschen weiter zu vermitteln, die ihnen ein artgerechtes, erfülltes Hühnerleben schenken möchten. Dafür holen sie die etwas 1,5 Jahre jungen Legehennen aus großen Legebatterien ab und vermitteln sie an "HühnerliebhaberInnen" weiter. Im Betrieb würden sie einfach „entsorgt“ werden, weil sie ab einem gewissen Alter nicht mehr genug Leistung bringen. Die ehemaligen Hochleistungslegehennen haben oftmals kaum noch Federn und sind komplett abgemagert, weil sie weder ihre natürliche Hackordnung ausleben konnten, noch die Sonne gesehen haben. Zum Schutz vor Kälte und Verletzungen brauchen sie, bis ihr Federkleid wieder nachgewachsen ist. selbstgemachte „Hühnerpullis“. Der Verein hat mittlerweile über 38.000 Legehühner gerettet – also brauchen sie entsprechend viele solcher „Hühnerpullis“ und bitten um Mithilfe. Denn Hühnerpullis kann man nur selber machen, die können nirgends gekauft werden. Auch nicht auf Amazon.

Auf Youtube gibt es eine genaue Nähanleitung, wie und woraus diese Hühnerpullis gemacht werden können:
link >>>  youtube_Nähanleitung_HÜHNERPULLI
Auf ihrer www-Seite kann eine Anleitung als pdf- Datei heruntergeladen werden:
link >>> Nähanleitung_HÜHNERPULLI_pdf
Und hier gibt es aktuelle Informationen zu "Rettet das Huhn e.V.:
link >>> RETTET DAS HUHN



Der Verein freut sich über jeden selbstgemachten HÜHNERPULLI,
der ihnen zugeschickt wird. Wer hat Lust?
Viel Spaß!

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Meine blog-Einträge werden mit Zeichnungen von geflüchteten Menschen begleitet,
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Es ist mir eine große Ehre, dass ich dabei fotografieren durfte.
DANKE!
Ein Mädchen aus dem Iran, ca. 12 Jahre alt, malt am selben Tag,
an dem sie mit 450 weiteren Menschen hier in Hamburg angekommen ist,
hochkonzentriert ihren "Traum von Heimat".

 

08 August 2016

UNPERFEKT II – Charme & Chance

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat zu einem Zukunftsforum II eingeladen, und zwar MICH! Was für ein Zufall – denn die TeilnehmerINNEN wurden tatsächlich per Telefon und über Zufallsgenerator ausgewählt. Ich hatte richtiges GLÜCK.
siehe link >>> zukunft-verstehen <<<

Fünfzig Menschen aus ganz Deutschland durften daran teilnehmen. Wir waren zum Diskutieren eingeladen, konnten Vortage hören, Arbeitsgruppen bilden und ausführlich miteinander reden. Vorweg gab es einen 13-seitigen Reader, für Hotelübernachtungen, Anfahrt und Catering wurde gesorgt. Also alles echt exklusiv, das Bundesministerium hat es sich etwas kosten lassen – kein Wunder, denn diese Bürgerdialogreihe gehören zu einer gut finanzierten Hightech-Strategie, die den gesamten Mittelstand ankurbeln soll, um die Position Deutschlands zu stärken und Innovationsführer zu werden. Da wird viel erwartet. Da geht es bestimmt  um Geld – und Macht. Und dazu wurde ausgerechnet ich eingeladen, eine Künstlerin.
siehe link >>> hightech-strategie <<<

Der Zukunftstag im Berliner betahaus war ein Tag voller Ideen, Visionen, spannender Vorträge und interessanten Menschen. Es ging ums Tauschen, Teilen, Selbermachen – und welche Strategien und Lebensmuster jenseits von Google, Amazon und Co immer präsenter werden. Es ging darum, dass sich etwas verändert, wenn allerorten gebastelt, genäht, gekocht wird und individuelle Produkte mit kleinen Auflagen vermarktet oder getauscht werden. Es ging auch darum, was passiert, wenn Menschen sich ausprobieren, wenn sie sich trauen, ungewöhnliche Geschäftsmodelle auf die Beine zu stellen und ihr neuerworbenes Wissen sofort mit anderen teilen und mitteilen. Natürlich ging es auch darum, wie dafür die digitalen Vernetzungsmöglichkeiten genutzt werden.
Tauschen, Teilen, Selbermachen - allen gemeinsam ist, das der landläufige Hang zum Perfektionismus nicht nur hinterfragt, sondern richtiggehend ausgehebelt wird. Da geht es nichtmehr um die allgegenwärtigen Lebensziele wie Karriere, Position und (die Anhäufung von) Eigentum, sondern vielmehr um Zufriedenheit mit der eigenen Arbeit, Achtsamkeit im Umgang mit Menschen, sinnvolle Beschäftigung und ungebremste Kreativität.
 
Das nehme ich mir gerne mit auf meinen zweiwöchigen Urlaub im Wohnmobil.
Hoffe, der wird richtig schön unperfekt.
 
 
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DANKE!

--- ein Junge, ca. 10 Jahre alt, aus dem Irak, malt auf azurblauen Wasser eine schwarze " Barke" ---
 --- ganz kurz war unter der "Barke" die Umrisse einer Gestalt zu sehen ---
--- die ganz schnell wieder weggewischt worden ist ---
 

26 Juli 2016

EINZELGÄNGER *** Phönix aus der Asche

 
Greifvögel mögen keine Nähe
 
Greifvögel sind stolze Vögel. Sie scheinen unerreichbar, haben Argusaugen, schlagen ihre Beute zielgenau und werden als Krafttiere verehrt. Wer Greifvögel am Himmel kreisen sieht, der kann ein ehrfürchtiges Staunen kaum unterdrücken. Sie sind ein weltweites Symbol für Kraft und Freiheit, verkörpern Autonomie, Stolz und Effizienz und strahlen unverhohlene Aggression aus. Wie gewöhnt man diese stolzen und eigensinnigen Vögel an den Menschen?
 
Falkner(in) für einen Tag. 
 
Auf ihre unglaubliche sympathische Art hat uns Ricarda, die Falknerin und Tierpflegeleiterin des Falkner-Parks Örtze bei Müden, nicht nur die Psychologie der Greifvögel nahegebracht, sondern uns auch unsere Berührungsängste genommen. Nach einer kurzen Einführung ging es los – ganz praktisch: 
 
Abtragen – Ätzung – Freiflug. 
 
Das heißt im Klartext: Handschuh an und Greifvogel ´drauf. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, mit diesen stolzen Tieren durch den Park zu wandern. Später kamen kurze Flüge an der Leine dazu, die Krönung bildete ihr atemberaubender Freiflug – natürlich alles mit der entsprechenden Belohnung, denn sie machen NICHTS umsonst. So lernten wir den Wanderfalken Siwa, die Wüstenbussarde Ron und Hermine, den Adler Tria und den Uhu Esmeralda kennen und lieben. Ganz nebenbei weihte uns Ricarda in die Geheimnisse der Greifvogelmentalität ein: seine Bedürfnisse als Hochleistungssportler, seine natürliche Aggressionsfähigkeit, sein Fressverhalten, seine Auffassungsgabe und sein Verhältnis zum Menschen.
 
 
 
Eine Greifvogelmentalität ist gar nicht so weit entfernt ist von unseren modernen Managerqualitäten:
Zielgenauigkeit, Konzentration, Weitsicht, Selbstbestimmtheit.
>>> Das könnten aber auch die Ziele eines westlichen ZEN-Buddhisten sein <<<
 
Das gibt zu denken.
Mit dem Schwarmverhalten einer Ameise haben Greifvögel jedenfalls rein gar nichts zu tun.

AMAZON´S HORROR.

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Es ist mir eine große Ehre, dass ich dabei fotografieren durfte.
DANKE!
Ein junger Mann aus Syrien, vielleicht 25 Jahre alt,
zeigt mir auf seinem Handy Fotografien von seiner Familie.
Seiner Frau, seinen Kindern, seinen Eltern, seinen Geschwistern.
Sie sind alle nicht mehr da.
Er ist ganz alleine.