12 Oktober 2016

SINN & UNSINN - alles von Bedeutung

Am Wochenende habe ich an einem wunderbaren social-media-Seminar bei #katarinaHH teilgenommen und viel über Facebook, Twitter, Instagramm und Google+ gelernt.
Zum Beispiel, dass es, wenn ich erfolgreich im social-media-Bereich tätig sein möchte, auf meine innere Haltung ankommt. Dass ich ganz klar zwischen meinen privaten Belangen (also, dass, was ich für mich behalten möchte), meinen persönlichen Interessen (also dem, was ich anderen mitteilen möchte) und meinem öffentliches Leben (also meine beruflichen Ambitionen) unterscheiden muss. Dass ich mit meinen Beiträgen möglichst authentisch sein sollte und dass das Teilen und Kommentieren anderer Beiträge genauso wichtig ist wie meine eigenen Aktivitäten. 

Wie im richtigen Leben also. 
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Das Dumme ist nur, dass nicht ich oder die anderen Teilnehmer in den sozialen Netzwerken entscheiden, was wichtig und wertvoll genug erscheint, um von vielen gelesen zu werden. Das entscheidet allein ein Algorithmus. Facebook hat ihn, Google hat ihn und Amazon mit Sicherheit auch. 
Dieser Algorithmus ist ein wohlbehütetes Geschäftsgeheimnis und wird permanent  überarbeitet, denn er soll in kürzester Zeit darüber entscheiden, was von Relevanz, sprich von Bedeutung ist - und was nicht. Er entscheidet, welche Beiträge an viele andere Teilnehmer verteilt werden und welche hintenüber fallen. Jede Dienstagnacht werden beispielsweise auf Facebook kleine, beinahe unmerkliche Veränderungen im Programmcode eingepflegt, um bedeutende Beiträge besser herauszukristallisieren  damit sie möglichst oft weitergeleitet werden.. 
Aber wer entscheidet nun, was auf Facebook und Co von Bedeutung ist? Das sind die vielen Verkaufsplattformen, die dort werben dürfen. Je besser es gelingt, zum richtigen Zeitpunkt und am richtigen Ort den richtigen „User“ mit einer passenden Werbung zusammenzubringen, desto effizienter arbeitet der Algorithmus - und desto mehr wird verkauft.
 
So einfach ist das. Auch wie im richtigen Leben.
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Viele Menschen suchten letztes Jahr in Hamburg Schutz.
Hamburg hat daraufhin große Containerdörfer errichten lassen und entsprechend
viele Container auf Jahre hin angemietet.
Aufgrund eines Bürgervertrages mit den Flüchtlingsinitiativen dürfen heute
aber keine großen Unterkünfte mehr gebaut oder bezogen werden.
Daher stehen viele dieser angemieteten und bereits aufgestellten Container einfach leer.
(und kosten natürlich Monat für Monat richtig viel Unterhalt und Miete)
 
Diese vielen leeren Container könnten doch ein lebendiger Ort für
verschiedenste Begegnungen mit den neu Angekommenen werden:
 zum Geschichten erzählen und zum gegenseitigen Kennenlernen.  

Leerstehende Container
 als spannende Begegnungsstätten und
offene Spiel-Räume für (interkulturelle) Kunst natürlich auch.

Das wär doch was.
 
"Tafel der Begegnung" vor einer Flüchtlingsunterkunft 
 
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Meine blog-Einträge werden mit Zeichnungen von geflüchteten Menschen begleitet,
die in Hamburg angekommen sind. Sie sind auf
Kunstaktionen vor ihren Notunterkünften entstanden.
Es ist mir eine große Ehre, dass ich dabei fotografieren durfte.
DANKE!